Recherche und Kunst als Friedensarbeit

 

1. Die eigene (auch non-verbale) Gestaltungsfähigkeit erleben. Kunst ermöglicht ein Ausprobieren und Gestalten mit allen Sinnen. Ob über das Bild, den Klang, die Bewegung, die Poesie oder den Körper - alles kann genutzt werden.


2. Die eigene Identität kennen, den Horizont erweitern und bisher ungedachte Wege finden. Hierzu die UNESCO Road Map for Arts Education (Lisbon 2006): „The arts are both the manifestation of culture as well as the means of communication of cultural knowledge. Each culture has unique artistic expressions and cultural practices. The diversity of cultures and their creative, artistic products represent contemporary and traditional forms of human creativity which uniquely contribute to the nobility, heritage, beauty and integrity of human civilizations. Awareness and knowledge of cultural practices and art forms strengthens personal and collective identities and values, and contributes to safeguarding and promoting cultural diversity.“
In der Kunst werden aber auch Bilder, Töne, Formen und Bewegungen geschaffen die vorher noch nicht bewußt wahrgenommen wurden. Durch diese erweiterte
Wahrnehmungsfähigkeit können neue Ideen, Strukturen und Praktiken im Alltag entstehen.


3. Freiraum schaffen, Druck reduzieren, gemeinsam wertvolle Atmosphäre
aufbauen. Kunst unterliegt im Schaffensprozess keinem externen Leistungsdruck. Es geht ausschließlich darum, den eigenen Ausdruck zu suchen und ihn freiwillig nach Außen zu bringen.


 Strategien, die auch als Phasen in einem nachhaltigen Entwicklungsprozess betrachtet werden können:


1. Die künstlerische Intervention. Hier gehen Künstler_innen in die Schule,
recherchieren und erarbeiten eine künstlerische Arbeit, die sie in die Schule
„zurückgeben“. Die Menschen in der Schule können dann damit weiterleben, reflektieren und sie für ihre Kultur nutzen: z.B. eine Skulptur im Schulhof oder ein Schullied für das gemeinsame Singen am Morgen.


2. Das Kunstprojekt. Hierbei recherieren die Künstler_innen in der Schule und entwickeln daraus ein Projekt, das gemeinsam mit den Menschen in der Schule weiterentwickelt und umgesetzt wird, wie z.B. ein Theaterstück, eine Ausstellung, ein Konzert, die Gestaltung der Toilettenräume oder andere Aktionen.


3. Der künstlerische Ansatz als Kokreation. Hier entwickeln die Künstler_innen
gemeinsam mit den Menschen in der Schule künstlerische Ansätze für die Schule. Dies kann zu ungewöhnlichen Neuerungen im Schulsystem führen. Vielleicht verbinden die Schüler_innen und Lehrer_innen Tanz und den Mathematikunterricht, den Englischunterricht mit Gesang oder ein Künstler hat sein Atelier in der Schule. Somit werden inklusive Strukturen und Praktiken aufgebaut und geübt.