Kunst entsteht schon seit geraumer Zeit nicht mehr ausschließlich im Atelier, Studio, im Probenraum oder auf der Bühne.

Zeitgenössische Künstler_innen lassen ihre Arbeiten in den verschiedensten gesellschaftlichen Systemen, in Wirtschaft, Politik und Wissenschaft entstehen und erzielen eine bis dahin nicht gesehene Wirkung. Sie entwickeln ungewöhnliche Kooperationen, z.B. durch ein Atelier in dem Großraumbüro einer IT-Firma, und tragen so zu der komplexen Entwicklung von Systemen bei. Kunst steht hier immer wieder für eine neue, andersartige (im Sinne der Diversität) und ästhetische (wahrnehmungsbasierte) Perspektive.

 

Joseph Beuys hat dies 1982 so zusammengefasst:
„Im Übrigen handelt es sich um einen neuen Kunst- und Kreativitätsbegriff, der nicht mehr in den traditionellen Bindungen des Kunstmarktes, der Kunstakademien und der Kunstgalerien alleine zu Hause ist. Sondern der sich in die Lebensräume der Menschen begibt und an allen Arbeitsplätzen zu Hause sein soll – der dort wirksam sein soll, um eben einen neuen Begriff vom menschlichen Kapital bewußt zu machen. Denn Geld ist kein Kapital, menschliche Fähigkeit ist Kapital.“